Europäische Airlines wachsen im Bezug auf Luftfracht unter internationalem Durchschnitt

Laut International Air Transport Association (IATA) ist die Nachfrage nach Fracht-Tonnen-Kilometern (FTK) im ersten Halbjahr 2018 um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestieten. Das Wachstum im Bereich der Luftfracht betrug in diesem Zeitraum 4,7 Prozent. Damit zeigt sich eine deutliche Abschwächung in der Wachstumsdynamik der Branche. Im ersten Halbjahr 2017 lag das Wachstum mit 10,4 Prozent noch satte 5,7 Prozentpunkte über dem diesjährigen.

Schlusslicht Europa

Durch die wirtschaftliche Erholung Brasiliens befeuert, kann Südamerika ein beachtliches Wachstum von 10,1 Prozent vorweisen. Das Wachstum der europäischen Airlines hingegen verläuft in 2018 bisher leicht unterdurchschnittlich. Während es im ersten Halbjahr 2017 noch bei 13,6 Prozent lag, ist es in 2018 bis auf 4,5 Prozent gesunken. Besonders die Lufthansa leidet unter dem schwachen Wachstum der Branche. Sie konnte in 2018 um lediglich 2,9 Prozent wachsen. Im innerdeutschen Bereich verzeichnen einige Flughäfen sogar Rückgänge im Frachtvolumen. Der Flughafen München ist dabei der größte Verlierer (-1,8 Prozent), aber auch der Flughafen Frankfurt muss Einbußen hinnehmen (-0,4 Prozent). An diesen Standorten wird hauptsächlich Beiladefracht umgeschlagen, die in den Unterdecks der Passagiermaschinen transportiert wird.

Ursache sind Kapazitätsengpässe an den Flughäfen

Infolge von Handelskriegen und steigender Ölpreise entwickelten sich Unsicherheiten bei den Exporteuren. Als daraufhin die Kapazität schneller als die Nachfrage wuchs, hatte das negative Auswirkungen auf den globalen Frachtladefaktor. Unternehmen, die vor allem temperaturgeführte Transporte oder zeitkritische Expresstransporte durchführen, profitierten vom stabilen Wachstum in diesen Bereichen. In Deutschland hatten vor allem die Flughäfen Probleme, bei denen es Kapazitätsbeschränkungen durch Nachtflugverbote gibt. Aber auch an großen europäischen Drehkreuze, wie Amsterdam oder London, wurde das Wachstum durch Kapazitätsengpässe beschränkt. Für die Behebung etwaiger Kapazitätsenpässe werden in der deutschen Luftverkehrswirtschaft verschiedene Maßnahmen getroffen. So soll durch mehr Personal und zusätzliche Kontrollflächen die Abfertigungssituation verbessert werden. Außerdem sollen Fluggesellschaften auf Reservermaschinen und Stand-by-Crews nutzen, um Verspätungen auszugleichen. Der Bund soll indes durch Investitionen im Bereich der Digitalisierung von Abwicklungsprozessen eine effizientere Zollverwaltung erreichen. Inwieweit diese Maßnahmen Deutschland und Europa helfen, ihre Marktposition zu verbessern, bleibt abzuwarten.

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