Norbert Kern hat die Herausforderung gesucht und ein Gespür
gehabt für Trends in der Luftfracht
Norbert Kern war das siebte von neun Kindern einer Arbeiterfamilie. Mit
16 musste er Geld verdienen und machte eine Lehre als Speditionskaufmann. Mit
26 gründete er seine eigene Spedition. Mit 30 zählte er zu den Großen der
Branche. Nebenbei wurde er Handball-Nationalspieler. Er war Luftfracht-Chef von
Kühne+Nagel und Bahn-Vorstand für den Güterverkehr. Noch heute ist er als
Berater für Logistiker und die Bahnindustrie ein gefragter Mann. Mit 66 bezwang
er auf Skiern Süd- und Nordpol, mit 68 überquerte er das Inlandeis Grönlands
von West nach Ost.
Auf der Anrichte im geräumigen Arbeitszimmer seines Wohnhauses in Dietzenbach
steht eine Diesel-Lok des US-Herstellers GM-EMD. Davor ein Güterwagen der
Deutschen Bahn. An der Wand hängt ein Foto mit Gerhard Schröder, als der noch
Ministerpräsident von Niedersachsen war. Und ein Zertifikat vom Guinness Buch
der Weltrekorde. Das bescheinigt, dass Norbert Kern als ältester Mensch auf
Skiern 2007 sowohl den Südpol als auch den Nordpol innerhalb von vier Monaten erreichte.
Ein Handball mit Original-Unterschriften der Deutschen Weltmeister von 2007 mit
Trainer Heiner Brand und auch Jo Deckarm liegt auf dem Schreitisch. Fast
versteckt hinter Glas gerahmt ist ein Zitat von Helen Tew zu lesen, die mit 89
Jahren in einem Segelboot den Atlantik überquerte. „Höre nicht auf die
Pessimisten. Es gibt immer jemanden, der dir erzählen will, dass du etwas nicht
kannst, weil es zu schwierig oder zu gefährlich sei, weil du zu jung oder zu
alt seiest. Tu es einfach. Es ist nie zu spät, die Dinge zu tun, die du schon
immer tun wolltest“.
Das Tew-Zitat ist vor allem auch die Lebens-Philosophie von Norbert Kern.
Lass dich nicht unterkriegen. Wenn du es wirklich willst, schaffst du es.

